Faszinierende Impressionen von einer Reise durch Äthiopien bietet diese Filmperle aus 1982. Jahrtausende der Zivilisation hinterließen im nordostafrikanischen Binnenstaat unglaubliche kulturelle Schätze. Historische Sehenswürdigkeiten und lange Geschichte lagen in den letzten Jahrzehnten jedoch im Schatten von bewaffneten Konflikten, Bürgerkriegen, Korruption, Misswirtschaft und Hungersnot.

FILMDATEN

Ort: Äthiopien
Zeit: 1982
Film: Super 8
Bildrate: 18 Bilder/Sek.  
Ausschnitt: 25:11 Min.
Länge Original: 40 Min.
Original-Scan: 2K
Anmerkungen: 720p

Die Wucht der Schönheit der Bilder wirkt trotzdem oder gerade vor diesem Hintergrund. Äthiopien hatte Anfang der 1980er Jahre, als der von uns digitalisierte Film entstand, etwa 35 Millionen Einwohner. Heute sind es bereits 112 Millionen Menschen aus über 80 ethnischen Gruppen.

Der Vielvölkerstaat blickt auf 3.000 Jahre Geschichte zurück. Gerade die letzten 50 Jahre dieser Historie verliefen katastrophal. 1974 endete die Monarchie nach rund 800 Jahren durch einen Militärputsch. Während der sozialistisch geprägten Militärdiktatur (bis 1991) führten Misswirtschaft, Korruption und Dürre Mitte der 1980er Jahre zu einer Hungersnot. Seit 1991 regiert die Rebellenallianz EPRDF autoritär und föderal. Im vergangenen Jahr entbrannte ein Bürgerkrieg zwischen der Zentralregierung und der Regionalregierung in Tigray.

Tourismus konnte sich in diesen Jahrzehnten natürlich nur sehr begrenzt entwickeln. Gerade deshalb sind die in unserem Film zu sehenden Aufnahmen selten und interessant. Die heilige Stadt Lalibela oder Neu-Jerusalem (früher Roha) steht im Mittelpunkt. Vor allem die weltbekannten Felsenkirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die seit etwa 40 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Lalibea ist aufgrund seiner langen christlichen Tradition in der äthiopisch-orthodoxen Kirche ein Wallfahrtsort. Neben Aufnahmen der monolithischen Felsenkirchen Bet Giyorgis (von oben an dem charakteristischen Kreuz zu erkennen), Bet Gabriel Rafael oder Bet Medhane Alem zeigt der Film daher auch Szenen von einer Feldmesse, großen Märkten, Pilgermassen und einem kleinen Flugplatz.

Herrliche Flugaufnahmen des gewaltigen ostafrikanischen Grabenbruches bilden dann auch die Überleitung zur Hauptstadt Addis Abeba. Von dort führt diese filmische Reise wieder in außerstädtische Regionen Äthiopiens, wo großartige Motive von Hütten, landwirtschaftlicher Arbeit, Märkten, Bahnhöfen, Zügen und vor allem Menschen den Reiz dieses Films ausmachen.

Weiter- oder Heimreise von Filmer oder Filmerin beschert uns am Ende Sequenzen aus der Hauptstadt des Sudans, Khartum. Schöne Flugaufnahmen des Nils sind beim Weiterflug über Ägypten zu sehen.

Harald Hofstetter

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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