Dieser Film nimmt uns mit auf eine Zeitreise zurück in das Jahr 1962, als Deutschland geteilt war in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 waren das Land und seine Hauptstadt Berlin in vier Besatzungszonen aufgeteilt worden: Die alliierten Siegermächte UDSSR, USA, Großbritannien und Frankreich verwalteten und kontrollierten ihre Sektoren. Dazwischen zog man Zonengrenzen, die vor allem in den Sowjetzonen strengstens überwacht wurden. Stacheldrahtzäune und Straßensperren gehörten zum Alltag.

FILMDATEN

Ort: Dresden und West-Berlin
Zeit: 1962
Film: Normal 8 Kodak
Bildrate: 18 Bilder/Sek.  
Ausschnitt: 6:12 Min.
Länge Original: 8 Min.
Original-Scan: 2K
Web-Video: 720p
Anmerkungen: Leichte Stabilisierung

Die DDR war 1949 gegründet worden, zur Zeit unseres Films also schon 13 Jahre Realität. Doch der Bau der Berliner Mauer war erst wenige Monate zuvor, im Sommer 1961 vollzogen worden. Was die Reisegruppe, der unser Privatfilmer angehörte, auf dieser Busfahrt zu sehen bekam, war also in jeder Hinsicht außergewöhnlich.

Sie startete in Dresden, wo noch viele offene Wunden des Zweiten Weltkriegs klafften. Die aus dem Bus gefilmten Bilder offenbarten Schäden und Zerstörungen an unzähligen Häusern und Sehenswürdigkeiten der herausragenden Kulturstadt. Heute erstrahlen Altstadt, Frauenkirche oder Semperoper in neuem Glanz. Damals regierten Ruinen und Grau in Grau das Bild von Dresden.

Durch Ostdeutschland in Richtung Westen ging die Reise weiter. Die geteilte Stadt Berlin war das Ziel. Am Grenzposten nach West-Berlin gelangen bemerkenswerte Bilder, genauso wie bei der Fahrt entlang der Stacheldrahtzäune an der grünen Zonengrenze. Auch in der Stadt hatte der Privatfilmer in erster Linie Augen für die Trennlinien zwischen den Sektoren – wieder Stacheldraht und hier nun auch die Mauer. Sie sollte die Einwohner von Berlin, viele Familien und Freunde noch bis zum Mauerfall 1989 trennen. Ihre Gesamtlänge betrug rund 160 Kilometer.

Das Berliner Olympiastadion, die wichtigste historische Sportstätte in Deutschland, ist im Film schließlich auch noch detailliert abgebildet. In ihm wurden 1936 – bereits unter der Herrschaft von Adolf Hitler und der Nationalsozialisten – die Olympischen Sommerspiele abgehalten. Auch Spiele der Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006 fanden hier statt – 2006 auch das Finale. Heute ist es die Heimstätte des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und wird auch für große Konzerte genutzt.

Harald Hofstetter

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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