Das mittelalterliche Zentrum von Freistadt ist weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt. Die historische Altstadt der oberösterreichischen Stadtgemeinde ist in ihrem Kern nahezu vollständig erhalten. In unserem sehr gut erhaltenen Film aus dem Jahr 1978 sind sämtliche Sehenswürdigkeiten dieser Perle aus dem Mühlviertel detailliert abgebildet. Unser engagierter Privatfilmer war in dieser Zeit aber bei weitem nicht der einzige Kameramann in Freistadt. Nur ein Jahr davor (1977) wurde die Altstadt zur Kulisse für die vierteilige US-Serie “Holocaust” mit der jungen Meryl Streep in einer Hauptrolle.

FILMDATEN

Ort: Freistadt (OÖ)
Zeit: 1978
Film: Super 8 Kodak
Bildrate: 18 Bilder/Sek.  
Ausschnitt: 2:52 Min.
Länge Original: 5 Min.
Original-Scan: 2K
Web-Video: 720p
Anmerkungen: Minimale Kornreduktion

Freistadts Stadtbefestigung aus dem 14. und 15. Jahrhundert hat Einzigartiges zu bieten: Der Kirchturm mit 67 Metern Höhe, der Bergfried (50 Meter hoch), die rund 150 Bürgerhäuser und natürlich der traumhafte Hauptplatz bilden den perfekten Rahmen für einen mittelalterlichen Spaziergang. In der Serie “Holocaust”, die später mit acht Emmys ausgezeichnet wurde und weltweit großes Aufsehen erregte, diente diese atemberaubend schöne Altstadt als Kulisse für die Abbildung grauenhafter Geschehnisse.

Die damals 28-jährige Meryl Streep spielt die Deutsche Inga Helms aus Berlin, die 1935 den Juden Karl Weiss (gespielt von James Woods) heiratet. Die Nürnberger Rassengesetze der Nationalsozialisten machten die Ehe illegal und hatten für die Familie Weiss schreckliche Folgen. Auf dem Freistädter Hauptplatz wurde eine der bekanntesten Szenen der Serie gedreht, in der Streep den Abtransport ihrer Familienangehörigen ins KZ mitansehen muss. Die Altstadt diente als Kulisse für das Ghetto Theresienstadt, von wo aus der Weg in die Vernichtungslager führte.

Die Wirkung dieser Bilder im TV war enorm. Vor allem in Österreich und Deutschland löste die Serie “Holocaust” heftige Reaktionen und Diskussionen aus. Sie spielte in der Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit der beiden Länder durchaus eine Rolle – vergleichbar mit jener von Steven Spielbergs “Schindlers Liste” im Jahr 1993. Die systematische Ermordung von rund sechs Millionen Juden, der Holocaust, war in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg weder in Österreich noch in Deutschland ausreichend thematisiert worden.

Harald Hofstetter

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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