Im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt ist im Frühjahr und Sommer des historisch denkwürdigen Jahres 1990 dieser bemerkenswerte Privatfilm entstanden. Der Fall der Berliner Mauer, die Öffnung der innerdeutschen Grenze, der Zusammenbruch der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) waren erst ein paar Monate her. Wenige Monate später, am 3. Oktober 1990, sollte die Wiedervereinigung Deutschlands durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) vollzogen sein.

FILMDATEN

Ort: Landkreis Harz
Zeit: 1990
Film: Super 8
Bildrate: 18 Bilder/Sek.  
Ausschnitt: 19:23 Min.
Länge Original: 20 Min.
Original-Scan: 2K
Web-Video: 720p

45 Jahre lang war die Teilung Deutschlands bittere Realität, vor allem für die in den Grenzregionen lebenden Menschen. Über rund 1.400 Kilometer verlief die innerdeutsche Grenze, der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West. So auch durch den Landkreis Harz, der seinen Namen von dem deutschen Mittelgebirge hat, an dem sich die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schneiden.

Zäune, Mauern, Grenzbefestigungen, Wachtürme und sonstige Sicherungsanlagen wurden geplant und gebaut, um die Flucht in den Westen zu verhindern. Sie sind – teilweise schon zerstört oder geöffnet – in unserem Film zu sehen und vermitteln einen starken Eindruck vom Schrecken und von der Bedrohung, die von dieser Grenze ausging. Die unterschiedlichen Schätzungen der Zahl an umgekommenen Zivilisten und Grenzsoldaten an der innerdeutschen Grenze reichen bis zu 900.

Ein einsame Grenzsäule, endlose Grenzsignalzäune inmitten von Grünstreifen im Niemandsland, Grenzsteine, befestigte Betonwälle. Eine fast unheimliche Faszination geht von diesen Bildern aus – verbunden mit Erleichterung, dass diese dunkle Periode des Kalten Krieges hinter uns liegt. Die Trümmer eines abgerissenen Wachturms liegen im Gras. Schön eingefangene Blicke durch Zäune sowie Fahrten über ehemalige Kolonnenwege machen diesen Film zu einem besonderen.

Abgerundet wird er mit Impressionen aus Städten der Region, so etwa Osterwieck mit zahlreichen historischen Bauwerken. Auch eine Zugfahrt mit Dampflokomotive auf der Harzquerbahn (einer Schmalspurbahn) ist zu sehen. Sie führt unter anderem über den Berg Brocken, wo auf 1.125 Metern Höhe ein alter Bahnhof und eine Sendeanlage steht. Sie diente schon der DDR für Abhöraktivitäten.

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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