Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und als “Goldene Stadt” für ihre Schönheit und historische Bedeutung weltberühmt. Nur rund 250 Kilometer nordwestlich von Wien gelegen ist Prag spätestens seit dem Fall des Eisernen Vorhanges im November 1989 ein beliebtes Reiseziel der Österreicherinnen und Österreicher.

FILMDATEN

Ort: Prag
Zeit: Um 1970
Film: Normal 8 Kodak
Bildrate: 18 Bilder/Sek.  
Ausschnitt: 2:37 Min.
Länge Original: 15 Min.
Original-Scan: 2K
Web-Video: 720p
Anmerkungen: Stabilisierung und
Nachschärfung / Original enthält viele Unschärfen

Doch das galt teilweise auch schon zu kommunistischen Zeiten, wie dieser von uns digitalisierte Privatfilm beweist. Er stammt sehr wahrscheinlich aus den Jahren nach 1968. In dieser zeitlichen Epoche – unmittelbar nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 – war die Hoffnung der Jugend auf politische und gesellschaftliche Veränderungen einer allgemeinen Lethargie gewichen. Dem Kommunismus und seinen Restriktionen zu entrinnen, war unmöglich. Vom kommunistischen Regime wurde diese Phase zynisch als Normalisierung (der Verhältnisse) bezeichnet.

Die Freiheit des Westens schien unerreichbar. Doch ganz erloschen war der Traum nicht, wie einige im Film zu sehende junge Erwachsene, womöglich Studenten, erahnen lassen. Sie sitzen auf den Stiegen des Nationalmuseums auf dem Wenzelsplatz und blättern in Zeitungen – vielleicht sogar in ausländischen. Gekleidet sind sie nicht gerade parteikonform. Eher noch im Stil der 68er-Bewegung, die wenige Jahre davor auf eben jenem Wenzelsplatz sowjetischen Panzern und Truppen des Warschauer Paktes gegenübergestanden war.

Der uns unbekannte engagierte Amateurfilmer richtete seinen Fokus also auch auf hintergründige Motive abseits der architektonischen, touristischen Attraktionen. Doch auch die heute wieder pompösen, damals allerdings stark heruntergekommenen Häuserfronten auf dem Wenzelsplatz sind auf dem Film schön eingefangen. Interessante Blickfänge sind die klassischen Prager Straßenbahnen, Busse und natürlich die alten Automobile auf den Straßen vor 50 Jahren. Mit Bildern vom Hauptbahnhof beginnt und endet dieser nostalgische Film.

Harald Hofstetter

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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