Was historischen Inhalt, optische Eindrücke und deren Zeitgeist betrifft, ist dieser Film eines unserer Lieblingsstücke. Er wurde von einem offenbar hochrangigen US-Soldaten im Jahr 1968 in Saigon gedreht. Der lebendige, chaotische Alltag auf den Straßen der Hauptstadt Südvietnams wird in allen Facetten wunderbar dargestellt – und das vor dem geschichtlichen Hintergrund des Vietnamkriegs, der zu dieser Zeit mit der Tet-Offensive der nordvietnamesischen Truppen einen neuen Höhepunkt erreichte.

FILMDATEN

Ort: Saigon (Vietnam)
Heute: Ho-Chi-Minh-Stadt
Zeit: 1968
Film: Super 8 Kodak
Bildrate: 18 Bilder/Sek.  
Ausschnitt: 2:34 Min.
Länge Original: 6 Min.
Original-Scan: 2K
Web-Video: 720p
Anmerkungen: Stabilisierung /
Original unruhig gedreht

Als der von uns digitalisierte Film gedreht wird, tobt der Vietnamkrieg schon seit 13 Jahren und sollte noch sieben weitere Jahre bis 1975 dauern. 1955 mündete der Indochinakrieg zwischen der damaligen Kolonialmacht Frankreich und den Viet Minh (Vietnamesische Unabhängigkeitsbewegung) direkt in den Vietnamkrieg (auch Zweiter Indochinakrieg genannt).

Nach der Teilung Vietnams 1954 unterstützte das kommunistisch regierte Nordvietnam unter Ho Chi Minh und Le Duan die Viet Minh, aus denen 1960 die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams (National Liberation Front, kurz NLF) hervorging. Ziel war es, die antikommunistische Regierung im Süden zu stürzen. Diese wurde von den USA unterstützt, zunächst mit der Entsendung kleiner Kontingente “Militärischer Beobachter” und einiger “Aufklärungsflugzeuge”.

Deren Zahl sollte sich in den Folgejahren kontinuierlich steigern. Die USA wollten mit der Entsendung von Soldaten und Bombardierung von Zielen in Nordvietnam verhindern, dass Vietnam unter die Kontrolle der kommunistischen Regierung geriet. Als Schreckgespenst wurde in der öffentlichen Debatte die Domino-Theorie an die Wand gemalt: Dass mit Vietnam ganz Südostasien kommunistisch werden könnte.

Die Sowjetunion und die Volksrepublik China unterstützten Nordvietnam mit Geld, Waffen und Logistik. Es war ein Stellvertreterkrieg und gleichzeitig trauriger Höhepunkt des Kalten Krieges. Vier US-Regierungen überdauerte der Vietnamkrieg, bis die endgültige Niederlage der USA 1975 feststand: Die Präsidentschaften von Dwight D. Eisenhower, John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon.

Auf bis zu fünf Millionen Tote werden die vietnamesischen Kriegsopfer geschätzt – davon 1,3 Millionen Soldaten. Rund 60.000 US-Soldaten und 5.000 Soldaten verbündeter Truppen (Südkorea, Thailand, Australien, Philppinen, Neuseeland und Taiwan) fielen im Vietnamkrieg. Der endete am 1. Mai 1975 mit der Eroberung Saigons durch nordvietnamesische Truppen – also auf den Straßen der Stadt, die in unserem Film zu sehen ist – noch unter der Kontrolle Südvietnams und der US-Armee.

Harald Hofstetter

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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