Diese Aufnahmen aus den späten 1970er-Jahren führen uns in Berlin – damals West-Berlin – in den Südwesten der Stadt – wo Berlin und die brandenburgische Hauptstadt Potsdam aufeinandertreffen. Hier befindet sich die Glienicker Brücke. Sie verbindet Berlin und Potsdam und war legendärer Schauplatz im Kalten Krieg. Über die Brücke – ein Grenzpunkt zwischen West-Berlin und DDR – tauschten USA und Sowjetunion Spione aus.

Im Rahmen der Flussfahrt über die Havel wurden neben der Brücke auch die Grenzanlagen, Mauer- und Zaunabschnitte am östlichen Ufer sowie DDR-Patrouillenboote zur Sicherung der Grenze in der Flussmitte gefilmt. Außerden einige Schlösser und Gutshäuser entlang des Flusses. Die Fahrt des Touristenbootes verlief auf der westlichen Seite der Havel.

FILMDATEN

Ort: Berlin
Zeit: Späte 1970er
Film: Super 8
Bildrate: 18 Bilder/Sek.
Ausschnitt: 2:27 Min.
Länge Original: 5 Min.
Original-Scan: 2K
Web-Video: 720p
Anmerkungen: Leichte Kornreduktion

Die Brücke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts über den Fluss Havel gebaut. Die Fachwerkbrücke wurde 1907 als viertes Bauwerk an dieser Stelle unter dem Namen Kaiser-Wilhelm-Brücke eröffnet, der sich jedoch nicht durchsetzte. Ihren heutigen Namen verdankt die Straßenbrücke dem in der Nähe gelegenen ehemaligen Gut Klein Glienicke, an dessen Stelle heute das Schloss Glienicke liegt. Dem Schloss Glienicke liegt das Jagdschloss Glienicke gegenüber, heute Sozialpädagogische Fortbildungsstätte Berlin-Brandenburg (SFBB).

Als in Militärlagern im Kalten Krieg wichtige Personen (Spione) festgenommen wurden, erwies sich die Glienicker Brücke als geeignet für ausgehandelte Austauschaktionen. Sie war von den beteiligten Mächten USA und Sowjetunion von Berlin aus gut erreichbar und das Umfeld konnte gesichert werden. Die Villa Kampffmeyer diente dem KGB als Beobachtungsposten. Zwischen 1962 und 1986 wurden auf der Glienicker Brücke drei Austauschaktionen mit insgesamt 40 Personen durchgeführt. Später ging sie unter dem Namen Agentenbrücke durch die Medien. Der englische Spitzname der Brücke ist Bridge of Spies (Brücke der Spione).

Late 1970s – Glienicker Bridge – Border West Berlin / GDR

These shots from the late 1970s lead us into the most charming landscape in Berlin – then West Berlin – in the southwest of the city – where Berlin and the Brandenburg capital Potsdam meet. The Glienicke Bridge is located here. It connects Berlin and Potsdam and was a legendary location in the Cold War. The USA and the Soviet Union exchanged spies across the bridge – a border point between West and East Berlin.

As part of the delightful river trip over the Havel, the border installations, wall and fence sections on the eastern bank and GDR patrol boats to secure the border in the middle of the river were filmed in addition to the bridge. There are also some castles and manor houses along the river. The tour of the tourist boat ran on the western side of the Havel.

The bridge was built over Havel River at the beginning of 20th century. The half-timbered bridge was opened in 1907 as the fourth structure at this point under the name Kaiser Wilhelm Bridge, but it did not prevail. The road bridge owes its current name to the nearby former Gut Klein Glienicke, where Glienicke Castle is located today. Opposite the Glienicke Palace is Glienicke Hunting Lodge, today Berlin-Brandenburg Social Pedagogical Training Center (SFBB).

When important people (spies) were arrested in military camps during Cold War, Glienicke Bridge proved to be suitable for exchanges. It was easily accessible from Berlin by the participating powers, USA and Soviet Union, and the environment could be secured. Villa Kampffmeyer served the KGB as observation post. Between 1962 and 1986, three exchange campaigns with a total of 40 people were carried out on Glienicke Bridge. It later went through media under the name of the Bridge of Agents. English nickname is Bridge of Spies.

Harald Hofstetter

Journalist, geboren am 7. Mai 1976.
Lebt in Wien, stammt aus Gänserndorf (NÖ).

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